Berufliche Ausbildung
Abitur und berufliche Orientierung
Das Besondere am Evangelischen Johanniter-Gymnasium ist die Verbindung einer guten schulischen Bildung mit einer fundierten beruflichen Orientierung. Das entspricht dem ganzheitlichen Bildungsansatz der Schule. In Vorbereitung ist das Angebot einer kombinierten Schul- und Berufsausbildung: Nach insgesamt 12 Schuljahren und einem zusätzlichen Jahr beruflicher Ausbildung könnten die Schülerinnen und Schüler das Abiturzeugnis und einen Gesellenbrief in Händen halten. Diese Kombination bietet jungen Menschen größere Chancen für ihren beruflichen Werdegang. Hierfür wäre jedoch ein erhöhtes Stundenkontingent erforderlich. Dafür sind Samstagsunterricht und möglicherweise auch Abendunterricht erforderlich. Auch ein Teil der Schulferien wird für die praktische Ausbildung in Betrieben genutzt werden müssen. Bei der Entwicklung dieses Angebots wird die Schule eng mit Betrieben in Wriezen und Umgebung sowie der IHK zusammenarbeiten.
Praktika
Die berufliche Orientierung beginnt in den Jahrgangsstufen 8 und 9 mit berufsbezogenen Praktika. Hier werden die Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit Betrieben und Einrichtungen der Wirtschaft im Bereich Wriezen in verschiedene Berufszweige eingeführt.
Über das Spezialisierungspraktikum der Neuntklässler im Jahr 2010 berichtet Frau Arzt nach ihrem Besuch der Praktikanten:
Praktikum – das Einfachste ist oft das Schwerste
Der Schulherbst wurde für die Neuntklässler des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums mit einem Praktikum im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum Wriezen (ÜAZ) eingeleitet. Die Gymnasiasten konnten sich Anfang Oktober in sechs verschiedenen Gruppen lebensvollen Tätigkeiten widmen, in der Holzwerkstatt Vogelhäuser bauen, bei den Stuckateuren kleine Figurinen gießen, mit den Maurern Wände hochziehen und in der Metallwerkstatt Flaschenöffner und Kleiderhaken schmieden. Eine weitere Gruppe baute Säulen und fertigte Mosaike an. Dabei standen den Schülerinnen und Schülern erfahrene Meister sowie geübte Lehrlinge zur Seite.
Einige Schülerinnen zeigen nach der arbeitsreichen Woche stolz ihre Werke vor, während andere sich fragen, wofür sie das eigentlich brauchen. Bei dem abschließenden Mittagessen lassen die Schüler ihre Erlebnisse noch einmal Revue passieren, wobei die Begeisterung ebenso Raum nimmt wie die Darstellung von Schwierigkeiten, mit denen manche Schüler in der Kommunikation mit den Lehrlingen oder bei der ganz anderen Arbeitsweise vor Ort konfrontiert waren.
In den hervorragend eingerichteten Werkstätten im ÜAZ in Wriezen Erfahrungen zu sammeln, die ein normaler Schulalltag allein von der Ausstattung her nicht leisten kann, bleibt eine großartige Möglichkeit, erlaubt jedoch zugleich der leicht überheblich werdenden intellektuellen Seele des heutigen Gymnasiasten mit den elementaren Dingen des Lebens wieder einmal in Tuchfühlung zu geraten. Selbst wenn ich nie Maurer werde, so kann ich doch miterleben, wie schwierig und aufwendig es ist, eine Mauer in drei Dimensionen ins Lot zu bekommen oder exakte Holzverbindungen anzufertigen.
Das Gymnasium hat mittlerweile eine eigene Holzwerkstatt eingerichtet, sodass die Gymnasiasten ab der neunten Klasse ihre Kenntnisse auch in der Schule vertiefen können. Den Schülern, die den Sinn dieser Unternehmung in Zweifel ziehen, möchte man schon entgegenhalten: Wer weiß, ob der spätere studierte Dreißig- oder Vierzigjährige nicht froh ist, wenn er sich beim Hausbau oder der künstlerischen Arbeit dieser frühen handwerklichen Tätigkeiten glücklich erinnert und sie mal wieder gelungen in Anwendung bringen kann. Nicht umsonst hat sich die Schule ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ auf die Fahnen geschrieben!







