Herzlich willkommen auf unseren Webseiten

"Lernen mit Kopf, Herz und Hand", so lautet das Motto unserer jungen Schule. Das Evangelische Johanniter-Gymnasium verbindet christliche Bildungstraditionen mit innovativer Pädagogik. Wir hoffen, Sie erfahren auf unserer Website, was Sie über unsere Schule wissen möchten, und besuchen uns häufig.

Akademievortrag: „… eine Recherche kann mit wikipaedia beginnen, ...."
... sie sollte aber keineswegs mit wikipaedia enden.“ Diese eingängige Faustformel gab der Referent der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Markus Schnöpf den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. Am 6. Februar 2017 hatte der 12. Jahrgang Gelegenheit einen versierten Vortrag über die Bedeutung der Digitalisierung für die Geisteswissenschaften zu hören. Markus Schnöpf berichtete aus Projekten seines Arbeitsbereiches: Da wird derzeit z.B. der Jahrhunderte lang mündlich tradierte Koran digitalisiert und erfährt dabei erstmals eine historisch-kritische Kommentierung. Da werden Tausende Kirchenfenster fotografiert und in einer digitalen Sammlung zusammengestellt. Oder es wird ein schon 150 Jahre betriebenes Projekt zur Erfassung von altgriechischen Inschriften mit digitalen Methoden fortgesetzt.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Möglichkeiten das Internet für eine Informationsbeschaffung bietet, die weit über die bloße Oberflächeninfo bei google und wikipaedia hinaus geht. Markus Schnöpf zeigt, wie man fehlerhafte und tendenziöse Seiten erkennt und prüft. Er empfiehlt einen Trick, wie man die Schwierigkeit der Zitation von Internetseiten z.B. in Facharbeiten zufriedenstellend lösen kann. Und er verrät seinen Zuhörern, über welche Zugänge im Netz man eintauchen kann ins DeepNet, das doch inzwischen auch in einer „Region mit geringer Bibliotheksdichte“ die Lektüre von wissenschaftlicher Forschungsliteratur erlaubt.

Darüber hinaus präsentiert der Referent verschiedene Beispiele, wie sich digitalisierte Kopien alter frühneuzeitlicher Drucke oder Handschriften im Netz präsentieren, und berichtet von dem z.T. mühseligen Weg der alten Schriften ins Internet. Aber auch umgekehrt zeigt er am Beispiel, wie BIG DATA der Literatur das Lesen verändert. Wenn wir selbst nicht in der Lage sind, die Millionen von Büchern zu lesen, helfen uns Computerprogramme mit Methoden des „distant reading“ beim Erfassen der Literatur.

Nun, nach diesem Vortrag bin ich um die Erkenntnis reicher geworden, dass die schiere Unendlichkeit der Literatur mit der Digitalisierung eine übersichtliche und handhabbare Ordnung findet, ich weiß, wo ich suchen muss und wie ich finden kann - und greife am Ende dieses Tages beruhigt zu meinem Roman und tauche ein in seine Geschichte.(Marlen Wahren, Deutschlehrerin)