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"Lernen mit Kopf, Herz und Hand", so lautet das Motto unserer jungen Schule. Das Evangelische Johanniter-Gymnasium verbindet christliche Bildungstraditionen mit innovativer Pädagogik. Wir hoffen, Sie erfahren auf unserer Website, was Sie über unsere Schule wissen möchten, und besuchen uns häufig.

In Sichtweite der Pyramiden - ein Schuljahr in Ägypten
Ein Schulaufenthalt im Ausland ist Abenteuer und Herausforderung zugleich: Die Heimat - und auch die vertraute Schule sind für lange Zeit in fast unerreichbarer Ferne. Es gilt, sich selbst zu behaupten, den eigenen Weg in der Fremde zu finden. Viele junge Menschen zieht es dann nach Übersee; Amerika oder auch Australien sind beliebte Ziele. Nur wenige wagen ein Austauschjahr im Orient. Zurzeit hält sich mit Josefine Lillge eine Schülerin unserer Schule für ein Jahr in Ägypten auf. „Postfrisch“ ließ sie uns am gestrigen 1. März den nachfolgenden Erfahrungsbericht aus ihrer aktuellen Wahlheimat zukommen.

„Für ein Jahr ins Ausland! Dieser Traum wurde für mich am 9. September 2016 Wirklichkeit, als ich in das Flugzeug in Richtung Kairo stieg und meine Familie, meine Freunde und meine Schule hinter mir ließ. Seitdem sind nun schon 6 Monate vergangen und ich muss sagen: Ich bereue meine Entscheidung keinen einzigen Tag!

Ich wohne in einer Gastfamilie in Gizeh, nur ungefähr 4 Kilometer von den weltbekannten Cheops-Pyramiden entfernt. Ich habe zwei ältere Gastbrüder und eine jüngere Gastschwester. Jeden Morgen fahre ich mit dem Schulbus zu meiner Schule, was für mich jedes Mal ein Highlight ist, da ich die Pyramiden von der Area, in der ich lebe, sehen kann. Meine Schule heißt „Misr Language School“. Natürlich gibt es Besonderheiten: Um 7:45 Uhr wird die Nationalhymne in Reihen stehend gesungen und dann beginnt der Unterricht. Ich habe jeden Tag die gleichen Fächer, unter anderem Business und Environmental science, und ich werde auf Englisch unterrichtet. Um 3 Uhr nachmittags ist der Schultag beendet. Im Unterschied zu Deutschland beginnt die Schulwoche hier am Sonntag und endet am Donnerstag. Ich habe ebenfalls Schulkleidung an meiner Schule - welche die Lehrer aber nicht tragen müssen.

An den Wochenenden unternehmen meine Gastfamilie und ich immer kleine Trips zu Orten oder Sehenswürdigkeiten in Kairo und Umgebung. Meine absoluten Highlights sind jedes Mal die anderen Städte, die ich besucht habe. Bisher war ich in Luxor, in Assuan und in Alexandria.

Der Tagesablauf der Ägypter ist im Vergleich zu den Europäern ganz anders. Am Wochenende geht man um 5 Uhr morgens (!) ins Bett und steht erst um 2 oder 3 Uhr am Nachmittag auf, wenn es Frühstück gibt. Das Mittagessen gibt es dann um 8 Uhr abends; das Abendbrot fällt aus. Die meisten Ägypter halten beim Essen auch nicht viel von Messer und Gabel, da sie lieber ihre Hände zum Essen von Fleisch benutzen und den Löffel durch Brot ersetzen.

Ich habe bisher so tolle Dinge erlebt und selbst gemacht, dass ich jetzt schon sentimental werde, wenn ich daran denke, dass dieser Traum in knapp 4 Monaten schon wieder vorbei ist.

Wenn ich hier in Ägypten aufstehe, habe ich immer das Gefühl, dass ich (ein wenig wie) im Himmel bin: Ich habe tolle Freunde, eine zweite Familie und vor allem eine zweite Heimat gefunden....“

Fotos: Vor den weltberühmten Pyramiden und mit einem ägyptischen Mädchen in Luxor.