"Roots Germania" - Mo Asumang in Wriezen

Was macht man, wenn eine Neonazi-Band in einem Lied dazu aufruft, einen zu töten? Mo Asumang, die auf der Leinwand und aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerin, musste dies erleben und gibt auf die Frage eine klare Antwort: Sie machte einen Film darüber. Diesen Film zeigte sie am 17. November 2009 Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe des Johanniter-Gymnasiums.



"Hatten Sie denn gar keine Angst, den Nazis zu begegnen und über sie zu filmen?", will einer der Zuhörer wissen. "Na klar hatte ich Angst, aber ich wollte nicht, dass mich die Angst besiegt", ist die Antwort der engagierten jungen Frau. Die Achtklässler sind beeindruckt von der Kraft ihres Gastes, der Ausstrahlung und Überzeugungskraft. Auch ein dunkelhäutiger Mensch kann Deutscher sein, obwohl viele zunächst Afrika als Herkunftsland vermuten. "Ich liebe Deutschland, ich bin hier geboren und aufgewachsen", sagt Mo Asumang auf die Frage, ob sie sich eher Deutschland oder Afrika verbunden fühle. Ihr Vater stammte aus Ghana, ihre Mutter ist Europäerin. Doch immer sieht sich die Schauspielerin damit konfrontiert, ausschließlich mit Afrika in Verbindung gebracht zu werden. Ihr ist wichtig, dass ein Mensch nicht nach seinem Aussehen oder seiner Herkunft beurteilt wird. Die Hetzkampagnen der Nazis hält sie für gefährlich und dumm. "Ist euch aufgefallen, dass die mir nicht in die Augen schauen konnten?", fragt sie ihr Publikum. Die Gymnasiasten bestätigen dies und stellen fest, dass es keine Gründe gibt, Menschen, die nicht völlig dem klassischen Bild eines "Deutschen" entsprechen, zu diskriminieren. Eine wichtige Erkenntnis, die eine notwendige Voraussetzung für Toleranz darstellt.