Diese Webseite nutzt Cookies

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.
Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Schule ohne Rassismus

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" (SOR-SMC) – das ist der Name, den das Evangelische Johanniter-Gymnasium Wriezen seit dem 10. November 2008 im „Untertitel“ führt. Er wurde der Wriezener Schule im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch die Landeskoordinatorin des Projekts SOR-SMC, Birgit Funke aus Potsdam, verliehen. Das Johanniter-Gymnasium ist damit die 37. Schule im Land Brandenburg, der diese Auszeichnung zugesprochen wurde. Die Patenschaft übernahm Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin des Sprengels Potsdam der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Sie war in die Oderbruchhauptstadt gekommen, um zu gratulierten. Zugleich wünschte Regionalbischöfin Asmus Mut und Ausdauer bei der Gestaltung des Titels. Er möge für die ganze Schulgemeinde gelten, um einen angstfreien Raum zu schaffen, in dem Menschen menschlich bleiben.

Die Titelverleihung war eingebettet in einen Projekttag, der an der Gedenkplatte zur Erinnerung an die Zerstörung der Wriezener Synagoge am 10. November 1938 begann. Gemeinsam mit einer Klasse der Salvador-Allende-Oberschule gedachten die Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums der Opfer von Antisemitismus und Gewaltherrschaft. Im Schulhaus an der Freienwalder Straße fanden verschiedene Workshops für die Jugendlichen statt, die sich mit dem Thema „Judentum“ und „Rassismus“ beschäftigten. Als Höhepunkt des Tages stand die Enthüllung der Plakette mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf dem Programm. Hierzu hatten sich zahlreiche Gäste im Gymnasium eingefunden, unter anderem Bürgermeister Uwe Siebert, Schulleiter Ulrich Oestermann, Superintendent Roland Kühne und Dr. Gundolf Senkel vom Staatlichen Schulamt Frankfurt/Oder.

Auch der Koordinator des Handlungskonzepts "Tolerantes Brandenburg" der Landesregierung, Bildungsstaatssekretär Burkhard Jungkamp, begrüßte den Entschluss der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer, Zivilcourage zu zeigen und ihrer Schule ein neues Profil zu geben. "Wenn Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer sich gemeinsam verpflichten, für eine gewaltfreie und demokratische Gesellschaft zu kämpfen, mit Aktionen und Projekten an der Umsetzung dieses Ziels arbeiten und Rechtsextremisten an ihrer Bildungseinrichtung keinen Raum lassen wollen, ist das ein sehr ermutigendes Zeichen", so Burkhard Jungkamp. "In einer `Schule mit Courage' können die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass die Schule für sie ein Lebensraum ist, den sie aktiv mitgestalten."

Gedenkveranstaltungen

Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums Wriezen gedenken am 9. November der Reichspogromnacht von 1938. An diesem brannten in Deutschland zahlreiche Gotteshäuser der Juden, und Geschäfte jüdischer Besitzer wurden zerstört. Auch in der Hauptstadt des Oderbruchs kam es zu Gewalttaten der Nationalsozialisten, die Synagoge fiel Brandstiftern zum Opfer. Heute erinnert eine Platte an die Geschehnisse der Vergangenheit. Für das Wriezener Gymnasium ist der 9. November alljährlich ein Tag des Innehaltens und Andächtigwerdens. Immer wieder neu wird der historische Hintergrund im Unterricht aufgegriffen. Auch in diesem Jahr begab sich eine Schülerdelegation zur Gedenkstelle, an der sie vom evangelischen Gemeindepfarrer begrüßt wurde. Er las den Jugendlichen einen Psalm vor und betete dann gemeinsam mit ihnen das Kaddish-Gebet, ein traditionelles Gebet der Juden. Hieran schloss sich ein Segensspruch des Geistlichen an. Zum Abschluss der Gedenkfeier entzündeten die Gymnasiasten Kerzen, die sie vor der Gedenkplatte aufstellten. Schulleiter Michael Tiedje hält diese Form der Erinnerung in mehrfacher Hinsicht für wichtig: „Zum einen ist es notwendig, dass wir mit den Schülern die geschichtlichen Zusammenhänge des Judenhasses bearbeiten. Nur hierdurch ist es möglich aufzuzeigen, auf welchen Wegen die Menschen massenhaft in die Verblendung geführt und zu grausamsten Taten fähig wurden. Andererseits wollen wir mit der Gedenkfeier in die Öffentlichkeit wirken. Sie soll aufgerüttelt werden, damit verhindert werden kann, dass sich das schreckliche Geschehen wiederholt.“