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Furcht und Elend im Dritten Reich, Szene 10, Der Spitzel

Im 1. Kurshalbjahres unseres Deutsch-Grundkurses stand "Furcht und Elend des Dritten Reiches" von Bertold Brecht auf dem Programm.
Aufgabe für die Schüler war es, nachdem wir uns ausführlich mit der Szene 10  beschäftigt hatten, in der deutlich wird,  wie die Furcht und das Misstrauen Familien spaltet und entzweit, einen Monolog des Sohnes zu erfinden über das "merkwürdige" Verhalten seiner Eltern.

Hier exemplarisch für die vielen gelungenen Monologe der Beitrag von Celeste Greupner:

Monolog des Sohnes aus der Szene "Der Spitzel"

Seitdem Hitler an der Macht ist, hat sich bei meinen Eltern etwas verändert. Es herrscht ein angespanntes Verhältnis und sie machen sich ständig Gedanken, was andere von ihnen halten und wie sie gesehen werden.
Ich habe das Gefühl, dass mein Vater nicht ganz so national denkt, wie es uns der Gruppenführer predigt. Er verwehrt mir nämlich öfter mal Radio zu hören oder die Zeitung zu lesen. Auch meine Mutter ist immer öfter nervös, vor allem wenn sie mit Papa laut diskutiert. Ich glaube, sie hat Angst, dass ich jemand anderem erzählen könnte, worüber zuhause geredet wird – und das, obwohl ich ihr Sohn bin. In letzter Zeit vertrauen meine Eltern niemandem mehr – nicht einmal sich selber. Traurig eigentlich, aber ich lasse mich davon nicht weiter stören.

 

Dr. Annette Godefroid, Kursleiterin