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Jede Hilfe kommt zu spät!

Wie fast jede Nacht wurde ich von meinem klingelnden Handy geweckt. Nachdem ich das Klingeln vorerst ignorierte, machte ich mich auf und ging ran. Eine sehr seltsam, oder man könnte auch sagen, eine sehr nervös wirkende Stimme meldete sich. Ich konnte nicht erkennen, ob die Stimme von einer Frau oder einem Mann stammte. Die Person atmete sehr schnell und tief, wahrscheinlich war sie gerannt. „ Ich weiß nicht genau, wer Sie sind oder wo Sie herkommen, aber ich weiß, dass Sie Polizist sind und dass Sie mir helfen müssen. Ich werde verfolgt, ich bin mir ganz sicher. Es ist ein Mann mit einem Hut, einem beige-farbenen Mantel und er trägt Schuhe, die einen kleinen Hacken haben. Ich höre sie ständig klackern. Sein Gesicht ist mit einer Sonnenbrille bedeckt und er trägt lederne Handschuhe. Bitte kommen Sie, dieser Mann macht mir das Leben zur Hölle. Überall wo ich bin, ist auch er. Ich bekomme auch Drohbriefe und Pakete, sie sind bestimmt auch von ihm. Ich bin in der Stocker- Street!!“ Bevor ich irgendwas erwidern konnte, hatte die Person schon aufgelegt. Ich wusste nicht den Namen und auch nicht den genauen  Aufenthaltsort. Mir war bewusst, dass ich dort wenigstens Mal nachschauen musste. Nachdem ich meinen Wagen abgestellt hatte, ging ich die Straße entlang. Ich sah vorerst nichts Auffälliges, alles war ruhig, nur die Laternen flackerten leicht. Etwas schimmerte in einer kleinen Gasse, bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es ein Damenschuh war. Ich packte den Damenschuh in eine Plastiktüte, um ihn in der KTU (Kriminaltechnische Untersuchung) abzugeben. Mein Freund, ein Mitarbeiter der KTU, sollte sich den Schuh vorsichtshalber mal ansehen. Ich vermutete, dass der Anrufer eine Frau war und wahrscheinlich mit dem Damenschuh zu tun hatte. Dieser Anrufer beschäftigte mich jetzt schon den ganzen Tag. Ich konnte am gestrigen Abend nichts weiter machen, da es keine Anzeichen für ein Verbrechen gab. An dem Schuh konnte man auch nichts weiter feststellen. Es war zwar ein kleiner Blutfleck daran, aber der Mann von der KTU versicherte mir, dass der Dame der Schuh einfach nur zu klein war. Am Abend bekam ich einen Anruf von meiner Kollegin Madlen Grane. Wir hatten einen neuen Fall. Sie erzählte mir, dass man eine Frau tot in einer Wohnung gefunden hatte, wahrscheinlich ermordet. Meine Kollegin und ich trafen uns am Tatort. Gleich nachdem ich die Wohnungstür geöffnet hatte, erblickte ich die tote Frau. Sie hatte ein kurzes, schwarzes Abendkleid an. Es sah aus, als ob sie gerade erst nach Hause gekommen war. Der Autoschlüssel lag auf der Anrichte. Sie wollte sich bestimmt gerade etwas Mineralwasser einschenken, als sie niedergestoßen wurde. Es sah ziemlich übel aus, um ihren Kopf herum war eine Lache von Blut, an ihrem Hals hatte sie eine Schnittwunde. Ich schaute mich kurz um, mir stach sofort etwas ins Auge. Ich sah einen schimmernden Schuh, wie den, den ich am Abend zuvor in der Gasse gefunden hatte. Mir war klar, dies ist die Frau, die mich um Hilfe gebeten hatte. Ich fühlte mich auf einmal mitschuldig an dem Tod der Frau. Ihr Name war Cathe Elson, wir fanden ihren Ausweis in ihrer Handtasche, sowie ihr Handy. Sie hatte eine Nachricht auf ihrer Mailbox, von einem so genannten Ben Stephens. Auf ihrer Kommode lag auch ein Telefonbuch. Wir informierten ihre Eltern und luden sie auch gleich aufs Präsidium ein. Die Nachricht auf der Mailbox sagte uns, dass Ben Stephens und Cathe E. einen heftigen Streit hatten. Es fielen harte Worte, unter anderem: „Ich kill dich, Kate.“ Nach Aussagen der Eltern war Ben Stephens der Ex- Freund von Cathe Elson. Die Eltern äußerten, dass es für Kate eine sehr schwere Trennung war, da er sehr viele Probleme bereitete. Natürlich bekam auch Ben S. eine Einladung aufs Präsidium. Madlen und ich konfrontierten ihn im Verhör mit den Aussagen der Eltern und der Nachricht, die er auf der Mailbox von Cathe E. hinterlassen hatte. Wir fragten ihn auch nach seinem Alibi. Doch es ergab sich noch nicht viel. Bei der KTU erfuhr ich schon mehr. Am Tatort waren zwei DNA, keine der beiden stammte von dem Opfer, also waren es möglicherweise zwei Täter. Die Schnittwunde am Hals wurde ihr erst später zugefügt, mit dem Kopf ist sie wahrscheinlich zuvor gegen die Tischkante gestoßen worden. Sie war also noch nicht tot, als der zweite Täter kam. Sie hat bestimmt noch um Hilfe gefleht, doch dann wurde sie enttäuscht und endgültig ermordet. Als ich so in Gedanken vor mir aus dem Präsidium hinaus zu meinem Wagen ging, sah ich einen Mann am schwarzen Brett vorm Gebäude stehen. Er passte genau auf die Beschreibung, die mir Cathe E. vor ihrem Tod gegeben hatte. Ich rannte los, um ihn mir zu schnappen, was mir auch gelang. Er versuchte sich tüchtig zu verteidigen, doch ich überwältigte ihn und schleppte ihn mit auf Präsidium. Wir schickten ihn sofort ins Verhör. Madlen wollte gerade anfangen, ihm Fragen zu stellen, doch er fiel ihr sofort ins Wort und erzählte seine Geschichte: „Ich, ich bin nur hier, um die Wahrheit zu sagen!“ Madlen und ich schauten uns an, also merkwürdig war es ja schon. Der Mann, vor dem Cathe E. eine solche Angst hatte, wollte sich jetzt freiwillig stellen?

Er fuhr fort: „Ich war bei ihr in der Wohnung. Sie war noch nicht da. Ich wollte sie fragen, warum sie mir damals gekündigt hatte. Dann kam sie nach Hause und sie bemerkte mich erst nicht. Sie schenkte sich was zu Trinken ein, danach drehte sie sich um, erblickte mich und rastete total aus. Ich spürte den Hass in mir, den ich schon damals auf sie hatte und schubste sie weg. Ich sah, wie sie gegen die Tischkante fiel. Ich bekam total Panik und rannte weg, aber ich habe sie nicht umgebracht. Ich habe von einer Schnittwunde an ihrem Hals gehört, doch das war ich nicht. Sie müssen mir glauben!!“ Ich war ziemlich erstaunt, fast genauso hatte ich mir den Tatvorgang auch vorgestellt. Wir nahmen ihn in Gewahrsam und überprüften seine Aussage. Allem Anschein nach war es die Wahrheit. Er stellte sich nämlich heraus, dass Cathe E. eine Anwaltskanzlei vom Feinsten besaß. Er war darin ein sehr angesehener Mitarbeiter, doch sie kündigte ihm aus ungeklärten Gründen. Er landete auf der Straße. Cathe E. hatte sein Leben ruiniert. Sein offizieller Name ist Robert Broke. Später fragte Madlen Robert, ob er sich nicht irgendetwas vorstellen könnte, warum sie ihm gekündigt hatte. Schließlich gestand er, dass er und Cathe E. eine Affäre hatten. Sie wollte die Affäre damals beenden, doch er war noch nicht bereit dazu. Wahrscheinlich war dies der Auslöser für die Kündigung. Unser Fall war jedoch immer noch nicht gelöst. Wir überlegten lange hin und her, uns fiel einfach nicht ein, wer der zweite Täter sein könnte. Heute Morgen ging mir das Verhör mit Robert Broke noch mal durch den Kopf. Ich hörte mir die Aufnahme immer wieder an. Ich stellte fest, dass Robert Broke gesagt hatte: „Ich habe von einer Schnittwunde an ihrem Hals gehört.“ Niemand außer Kollegen, die mit in die Ermittlung einbezogen waren, konnte von dieser Information etwas mitbekommen haben. Robert Broke wusste also mehr, als er zugab. Da er nicht mit der vollständigen Wahrheit herausrückte, überprüften wir noch einmal, wo er war, bevor er zu Cathe E. ging. Er war in einer Bar, namens Lion`s Bar. Genau diese Bar war auch das Alibi von Cathes Ex- Freund Ben Stephens. Nun machte es bei mir Klick, Robert Broke und Ben Stephens hatten den Mord an Cathe E. zusammen geplant! Wir zeigten dem Barkeeper, der an diesem Abend dort gearbeitet hatte, Fotos von Robert und Ben und fragten ihn, ob er die Beiden an jenem Abend zusammen gesehen hatte. Er versicherte uns, dass sich die Männer eine ganze Weile an der Bar unterhielten.

Robert soll dann kurz weg gewesen sein, kam aber gleich darauf wieder. Danach verließ Ben die Bar. Nun lag es an uns, Ben Stephens zu finden, seine DNA (Desoxyribonukleinsäure) zu nehmen, diese zu überprüfen und so herauszufinden, ob er der zweite Täter war. Wir fuhren zu der Wohnung von ihm. Ich klingelte, er öffnete die Tür. Als er mich erkannte, rannte Ben S. ins Bad und sprang aus dem Fenster. Es war ja nicht sehr hoch, da er im ersten Stock wohnte. Ben S. versuchte zu fliehen, doch meine sportliche Kollegin, Madlen Grane, die am Auto wartete, schnappte sich den Kerl. Zwei Tage später erwies sich, dass Ben Stephens wahrhaftig der zweite Täter des Mordes an Cathe E. war. Durch die Überprüfung der DNA an der Tatwaffe (Messer), welche in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, konnte Ben S. überführt werden. Er hatte den Mord zusammen mit Robert B. geplant.

„Wer hätte das gedacht? Aber jetzt sind die Zwei ja erstmal für lange Zeit in Gewahrsam. So Leute, jetzt könnt ihr mich wieder nachts anrufen, ich bin offen für einen neuen Fall.“

Euer David Bones       

                                                                                                                             Lisa- Marie Oldiges