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 Schicke Autos, gute Pizza, schöne Mädchen und das Attentat

 Es war eines Abends in einem spärlich beleuchteten Raum. Man hörte, wie sich zwei Männer unterhielten. Sie hatten einen italienischen Akzent, der eine war deutlich jüngerer als der andere. Sie sprachen über Autos, Pizza, Mädchen und ein Attentat.

Der CSI-Ermittler Murdock Holmes saß mit seiner Frau am Frühstückstisch und las seine Zeitung, „Schatz, weißt du schon, wen du zum Gouverneur wählst?“, fragte sie ihn, um etwas Smalltalk zu führen. Er zog noch einmal an seiner Zigarette, er rauchte viel, und antwortete: “Sowohl Demokraten als auch Republikaner haben Gutes und auch Mist im Programm. Hier, der, na, Smith, will der Polizei mehr Geld zur Verfügung stellen und so die Mafia stärker bekämpfen, aber er will auch die Steuern erhöhen. Stewart, der von den Demokraten, ist einfach nur undurchsichtig, und außerdem hat er Schulden, er muss quasi gewi…“, das Telefon klingelt. “Inspektor Holmes am Apparat.“ „ Inspektor, hier ist Sergeant Lou, kommen Sie schnell, der Kandidat der Republikaner wurde auf einer Wahlveranstaltung erschossen!“ Kurz Stille, dann: „Ich komme sofort.“ „Schatz, was ist los?“, fragte ihn Betty. „Keine Zeit, mach den Fernseher an!“ Eine Weile später am Tatort. „Lou, was habt ihr?“, fragte Murdock. „Leider nichts,“ erwiderte Lou. „Gut, dann sagt den Hunden von der Presse irgendetwas und sucht weiter!“ Lou nickte und begab sich zum Auto. Murdock holte sich einen Kaffee bei Starbucks. Dort traf er auf einen völlig aufgelösten Mann. „Kann ich Ihnen helfen?“ - „Es, es ging alles so schnell“, stotterte der Mann. Murdock zückte seinen Notizblock und hakte nach: „Haben Sie gesehen, aus welchen Gebäude der Schuss kam?“ - „Ja“, antwortete der Mann zaghaft. „Und?“, fragte Murdock schon etwas ungeduldig. Der Mann wies auf ein Fenster im dritten Stock des Nebengebäudes. Über Murdocks Lippen floss nur noch ein „Wunderbar.“ Dann rannte er los, ohne den Kaffee. Auf dem Weg traf er auf Lou, der ihm sagte, dass ihm ein kleiner Junge von einem Bugatti erzählt hatte, der mit 180 Sachen von hier weg gebraust war. Der falle schließlich auf. „Ja, und daraufhin haben wir nach Reifenspuren gesucht. Und siehe da, auch gefunden. Wohin rennen wir eigentlich?“, gab Lou, nach Luft schnappend, von sich. Aber Murdock machte nur eine Kopfbewegung nach rechts, worauf sie dort entlang rannten. Nach einigen Treppenstufen waren sie oben. „Sieh nur“, sagte Murdock. Er war nicht der Mensch der großen Worte. “Ruf die Spurensicherung!“- „ Wie, noch mal da runter?“, meinte Lou voller Entsetzen. Murdock wies nur kurz auf Lous Funkgerät. Tom von der Spurensicherung zog sich gerade die Handschuhe aus. „Okay, wir haben Partikel, ein Scharfschützengewehr, wahrscheinlich eine Beretta M 501, außerdem haben wir eine Packung Lucky Strikes, Pizzareste, die Reifenspuren des Bugatti, übrigens ein Bugatti Veyron 16.4. Davon gibt es nur etwa 300 Stück weltweit. Das wichtigste aber ist, meiner Meinung nach, dieses Wahlprogramm der Demokraten, mit den Fingerabdrücken von…“, erzählte Tom mit einem breiten Grinsen. „Na, wer?“, schrie Murdock. Tom guckte entsetzt: „John Stewart.“ Murdock verabschiedete sich und fuhr mit Lou weiter in die Stadtmitte von Boston, zum Penthouse von John K. Stewart. „Na sieh mal einer an, da lebt wohl einer über seine Verhältnisse“, sagte Lou und zeigte auf das Luxury Hotel, das beste Hotel Bostons. „Du gehst rein und sagst, du sollst für Mr. Stewart den Wagen holen. Und in der Zeit schleiche ich mich hoch“, erklärte Murdock, woraufhin Lou zustimmend lächelte. Lou ging voran, bald darauf folgte Murdock. Im Fahrstuhl lief schon wieder dieser dämlich Hit aus den Neunzigern.

Oben angekommen machte er sich über den Schreibtisch her. Der Computer war passwortgeschützt, also später, jetzt war erst mal der Rest dran. Und schon, Jackpot - der Terminkalender: „Heute, Donnerstag, 9.00 Uhr Frühstück, 10.00 Uhr Pressetermin, … 16.00 Uhr - um 16.23Uhr war der Mord - Live-Übertragung der Demokraten. (Fall oder nicht Fall?) „War damit der Tod gemeint?“, murmelte Murdock. Er blätterte weiter: ein paar Essen…, halt, am Montag Treffen mit Mr.X. „Doch nicht etwa der Auftragsmörder?“, dachte Murdock, dann ein Klingeln, er erschrak. Puh, doch nur das Handy. Er las die SMS von Lou: „Bingo, ein Bugatti Veyron 16.4!!!“. „Was tun Sie in meinem Zimmer?“, fragte die Stimme von Stewart. Murdock zog blitzschnell seine Waffe. „Im Namen der Polizei von Boston: Sie sind verhaftet. Soll ich Ihnen Ihre Rechte vorlesen?“, fragte Murdock. „Was ist hier los? Sie glauben doch nicht, dass ich Andrew Smith umgebracht habe, oder?“, entgegnete Stewart. Eine Weile später verhörten Lou und Murdock Stewart. Dabei stellte sich heraus, dass Stewart am Dienstag jedem Besucher der Wahlkampfveranstaltung persönlich ein Exemplar seines Wahlprogramms in die Hand gedrückt hatte. Und Mister X war keinesfalls ein Auftragskiller, sondern sein Schuldnerberater. Er nannte ihn nur „Mister X“, damit das die Schnüffler von der Presse nicht herausfanden, falls der Terminkalender in falsche Hände fiel. Dr. Watson, der Schuldnerberater, bestätigte dies. So kam Stewart wieder frei. Am Abend saß Murdock allein vor seinem Whiskey und badete in Selbstmitleid. Er griff noch einmal zur Zeitung und murmelte: „Warum? Was soll das? Er muss es gewesen sein.“ Dann, ein, zwei Minuten später, flog es ihm wie Tomaten von den Augen: Natürlich, wer hätte noch Interesse daran, dass Smith nicht gewinnt?! „Don Corleone“, „The Godfather“, „Il Padrino“, der Mafiaboss schlechthin. Murdock fuhr sofort zur Spurensicherung. Unterwegs rief er Lou an, und forderte ihn auf, herauszufinden, welcher in Amerika lebende Italiener einen Bugatti Veyron 16.4 fährt. In der Polizeizentrale angekommen veranlasste Murdock, dass Tom die Pizzareste erneut untersuchte, inbesondere nach DNA- Spuren. Und tatsächlich, sie passten zu Giovanni Patrochelli, einem 28jährigen Playboy, der wahrscheinlich für die Mafia arbeitete. Er war 1,83m groß und wog 120 Kilo, selbstverständlich reine Muskelmasse. Sein wichtigstes Merkmal: eine lange Narbe auf der rechten Wange. Und, wie Lou herausgefunden hatte, der stolze Besitzer eines Bugatti Veyron 16.4. Murdock dachte nach. Dann rief Lou an, er solle sofort zur Branche Street Nummer 53 kommen. Als sie dort eintrafen, war Patrochelli weg. Eine Nachbarin erzählte, dass er vor 4 Stunden in seine alte Heimat Sizilien zurückgekehrt sei. Das hieß, sie hatten verloren. Denn zwischen den USA und Italien gab es kein Auslieferungsabkommen. Murdock wollte weiter machen, doch der Polizei-Chef Bob Shaw riet ihm davon ab: „Die Mafia ist zu groß für uns.“ So saß Murdock mit seiner Frau zu Hause bei einem guten Glas Rotwein und ließ es sich einfach mal gut gehen.

 

        Martin C. T. Kohler