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Rede von Alicia Karg (Klasse 10b)

Wir haben uns heute hier versammelt, um 74 Jahre zurückzudenken. Genau hier, an dieser Stelle, befand sich eine Synagoge – eine Synagoge, die einmal sehr wichtig war, der vor dieser Zeit, vor dem III. Reich, niemals jemand etwas Böses wollte. Bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 war diese Synagoge ein Zufluchts- und ein Ruheort. Doch die Juden wurden verfolgt, sollten vertrieben und ausgerottet werden. Und diese Zerstörung diente auf jeden Fall dieser Vertreibung, denn die Juden verloren ihre Betstätte, ihren Zufluchtsort. Danach kam es noch schlimmer und endete im Völkermord.

Noch heute, obwohl ich schon viele Gedenkfeiern miterlebt habe, kann ich es immer noch nicht fassen, wie es soweit kommen konnte. Daher finde ich diese Gedenkfeiern überaus wichtig. Gerade auch, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu zeigen und zu erklären, was damals passiert ist, aus einem ganz anderen Blickwinkel. Gerade da der Nationalsozialismus heutzutage von vielen Jugendlichen verherrlicht und  angestrebt wird.

Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie schlimm das damals gewesen sein soll, aber auch aus Wriezen, aus dieser vergleichsweise kleinen Stadt, wurden 57 Juden getötet von den Nationalsozialisten, die sie als Tiere ansahen und in  Ghettos und Vernichtungslager verschleppten, in denen sie grauenvoll umkamen.

Es ist unvorstellbar, aber es ist wahr. Und deshalb sind wir hier, um zu gedenken und so still gegen die Neo-Nazis  anzukämpfen, und ganz leise zu demonstrieren.

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Rede von Anne Busch (Klasse 10b)

Es ist 74 Jahre her. Manchmal überlege ich, wie es vor 74 Jahren in Wriezen, - ja, nicht weit weg, sondern hier, in Wriezen – zugegangen ist. Wenn ich die Gedenktafel an der jetzigen Hausfassade sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Vor 74 Jahren stand dort die Wriezener Synagoge, die am 9.11 zerstört wurde.

Aber Wriezen ist kein Einzelfall, bei dem am 9. November 1938 jüdische Synagogen und Häuser zerstört und niedergebrannt wurden. In ganz Deutschland kam damit die Judenverfolgung nochmal auf eine ganz andere Stufe. Genauer gesagt war die Reichspogromnacht erst der Anfang  von den gewaltvollen Übergriffen auf die jüdischen Menschen.

Nun gibt es heute sehr viele Leute – überwiegend Jugendliche – die meinen, dass Denkmäler und die mit ihnen verbundenen Trauerfeiern und Gedenkreden überflüssig und nicht mehr zeitgemäß sind.

In solchen Situationen drängt sich mir immer die Frage auf, ob diese Menschen je Geschichten von ihren Urgroßeltern gehört haben? Wenn man fragt, sind sie meist geschockt und gucken bei dem Wort Ur-Opa oder Ur-Oma so, als wären ihre Verwandten in dieser Zeit nicht präsent gewesen. Doch das waren sie, und zwischen ihnen und uns liegen gerade mal zwei winzig kleine Generationen.

Die meisten von uns Jugendlichen haben ihre Urgroßeltern sogar noch kennengelernt. Und trotzdem wollen sie nicht mehr an die Reichspogromnacht oder andere schreckliche große und kleine Aktionen erinnert werden. Sie wollen höchstwahrscheinlich nicht mal mehr darüber nachdenken und alle solche Schrecklichkeiten mit Bezeichnungen wie „Reichskristallnacht“ schön reden. Doch das kann man auf keinen Fall. Wenn das den jeweiligen Jugendlichen dann erzählt wird, meinen sie, dass das alles Hitlers Schuld war und dass man das heutzutage auch nicht mehr ändern kann. Und mit solchen Aussagen haben sie wieder Unrecht. Ja, sicher wurde die nationalsozialistische Zeit von Hitler begonnen und auch geführt. Aber weggesehen, mitgemacht oder den Juden eben nicht geholfen hat die gesamte deutsche Bevölkerung. Denn sonst hätte so ein kaltblütiger Krieg nie stattgefunden. Natürlich taten das viele Deutsche, dass sie nicht ermordet oder gequält werden. Und genau jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem es logisch und das Beste ist, was man tun kann, in dem man Denkmäler- und Tafeln anbringt.

Doch diese Denkmäler bringen den Toten nichts mehr und die Hinterbliebenen der Toten würden den Namen des geliebten Opas, Vaters, Mannes, Bruders oder wie auch immer wahrscheinlich lieber nicht auf den Tafeln sehen. Aber wieso sehen wir sie nicht zur Mahnung der Lebenden? Als Mahnung dafür, dass so eine schreckliche Zeit nicht wiederholt wird und dass die Deutschen nie wieder ihre Augen schließen und um überleben zu können, nicht helfen.

Aber vor allem erinnern die Tafeln auch diejenigen, die ihr Leben ihrer Religion oder der Religion ihrer Eltern opfern mussten. Wie auch die 57 Juden aus Wriezen, die verschleppt und 1941-1943 getötet wurden.

An sie müssen wir denken, sie müssen wir ehren. Wir dürfen all die Denkmäler nicht vergessen, wir dürfen nicht aufhören aus unserer Geschichte zu lernen.

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Rede von Christopher Barz (Klasse 10b)

Am 9.11.10938 wurde die Wriezener Synagoge, welche genau an diesem Ort stand, von den Nazis zerstört. Man hatte damals einen eigentlich unbegründeten Hass auf die Juden in ganz Deutschland, und dieser Hass fand an diesem Tag einen grausamen Höhepunkt. Zumindest könnte man das meinen, doch wurden wenige Jahre später allein aus dieser Stadt insgesamt 57 jüdische Bürger entführt und ermordet.
Einige würden vielleicht sagen, dass das doch schon 74 Jahre her ist und man deswegen heute keinen Gedenktag abhalten müsse. Doch ich glaube, dass es gerade jetzt wichtig ist, dass man sich daran erinnert, denn diese schlimmen Taten dürfen nie wieder geschehen. Mein Eindruck ist außerdem, dass die Menschen anfangen zu vergessen, was geschehen ist, denn die rechtsextremen Parteien fangen wieder an zu wachsen und an Kraft zu gewinnen. Deswegen muss unbedingt an diese schreckliche Zeit erinnert werden

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Rede von Tobias Jahn (Klasse 10b)

Heute, 74 Jahre nach der Zerstörung der Synagoge, ca. 70 Jahre nach der Ermordung von 57 Juden aus Wriezen, gedenken wir ihrer, denn in ganz Deutschland gedenken die Menschen der Opfer der Reichskristallnacht vom 9. November des Jahres 1938. Durch die Reichskristallnacht konnten viele Juden nicht mehr beten gehen, wurden verschleppt oder gar getötet.

17 der 57 verschleppten Wriezener Juden wurden in den Ghettos von Riga und Lodz getötet, 25 von ihnen in Ausschwitz.

Wir, die wir hier versammelt sind, gedenken derer, die ihr Leben lassen mussten für eine Ideologie, die ohne jeden Funken Menschlichkeit ungesetzt wurde. Wir müssen eine Lehre aus dem ziehen, was damals geschah. So etwas darf nicht mehr passieren, jeder hat ein Recht auf leben und die freie Ausübung seiner Religion und Kultur.
Lassen Sie uns deshalb die Opfer eine Mahnung sein.  Wir müssen  uns auch in den darauf folgenden Jahren an diesem Tag versammeln, um zu gedenken und uns stets die Mahnung vor Augen zu führen.

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Rede von Helen Baudach (Klasse 10b)

Als in der Reichskristallnacht am 9.11.1938 die Zerstörung der jüdischen Bauwerke legitimiert wurde, hatte das auch Auswirkungen auf Wriezen, damals noch eine Art Handelsknotenpunkt des  Oderbruchs.

Wenn man heute durch Wriezen geht, erinnert kaum noch etwas an seine grausame Vergangenheit und die jüdischen Menschen, die hier lebten. Einzig und allein eine Gedenktafel  und der jüdische Friedhof, der versteckt und ein bisschen verlassen vor sich hin vegetiert, gibt Aufschluss darauf.

Ich halte es aber für eine unserer wichtigsten Aufgaben, ständig daran zu erinnern, welches Unrecht auch hier bei uns getan wurde. Gerade weil  solche Ereignisse nach 74 Jahren in Vergessenheit geraten – schließlich ist Nationalsozialismus in einem Land, in dem die NPD legal ist, immer noch ein Thema.

Rede von Till Schubert (KLasse 10b)

Vierundsiebzig Jahre ist es nun her, dass die Synagoge Wriezens in der Reichskristallnacht am 9.11.1938 zerstört wurde. Deutschlandweit wüteten die Nazis, sie zerstörten Synagogen, ermordeten Juden und lebten ihren Hass auf die Juden richtig aus.
Ab 1941 wurden  57 jüdische Menschen aus Wriezen verschleppt und ermordet. Dies ist eine menschliche Untat, so etwas soll nie mehr geschehen und auch was alles, was nach diesem Tag  in den Jahren bis 1945 geschah, darf nicht in Vergessenheit geraten. Die Konzentrationslager  und die Gaskammern  sind Dinge, wofür man als Nazi geschlagen gehört.
Gleiches mit Gleichem zu vergelten, wäre keine gute Lösung, doch jeder deutsche Bürger sollte  Jahr für Jahr daran erinnert werden, was damals geschah. Diese schreckliche Zeit darf nicht zu den Akten gelegt werden.

Wir sollten immer wieder Gedenkfeiern stattfinden lassen. Das sind wir den damals verstorbenen Juden schuldig!

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Rede von Sophie Wegener (Klasse 10b)

Heute gedenken wir der Juden, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt, ihn aber nicht überlebt haben. In der Nacht des 9. Novembers 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte, jüdische Arztpraxen und alles andere, was in jüdischem Besitz war, angezündet und geschändet. Über 30 000  Juden wurden in Konzentrationslager  deportiert. Diese Nacht ist auch bekannt als Reichspogromnacht.

Es ist wichtig, dass wir als Bürger des deutschen Staates jedes Jahr aufs Neue daran erinnert werden, was vor rund 70 Jahren geschah. Denn solch ein überlegter und genau geplanter Massenmord an Millionen von Menschen – Juden, Roma, Sinti und alle anderen, die nicht dem entsprechen, was die Nationalsozialisten als Norm oder als genügend betrachteten – darf sich nicht wiederholen.

Deshalb sollten wir auch in den  nächsten 70 Jahren  Gedenkfeiern für die Opfer  von Rassismus und dessen  Ideologie halten.

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Rede von Michelle Manicke (Klasse 10b)

Der 9. November 1938, ein Datum, welches jeder von uns wissen sollte. An diesem Tag hat sich Deutschland entschieden, nämlich gegen eine Gruppe von Menschen, welche sie als minderwertige „Rassen“  diskriminierten.
 Zwar glaubt jetzt jeder, dass etwas so Schreckliches nicht in der eigenen Umgebung stattgefunden haben kann, jeder will es verdrängen. Doch es ist passiert, überall in Deutschland, auch hier, hier in Wriezen wurden Synagogen zerstört, auch hier wurden Gruppen von Menschen verspottet und niedergemacht.
Die Diskriminierung ging in ein neues Stadium über, in körperliche Gewalt. 57 Juden aus Wriezen, verraten, vielleicht sogar von unseren eigenen Urgroßeltern, wurden aus unserer Mitte gerissen und verschleppt.  17 von ihnen kamen in die Ghettos von Riga und Lodz ums Leben, 25 wurden in Auschwitz auf brutale Art und Weise umgebracht.
Vielleicht können wir uns das nicht vorstellen, wie auch, unsere Generation hat schon lange nichts mehr damit zu tun. Doch es ist geschehen, und wir können es auch nicht ändern. Doch wir sollten Ihrer gedenken, allen unschuldigen Opfer. Und vor allem sollten wir uns jetzt aufklären und nicht die Augen verschließen vor dem, was passiert ist. Lasst uns eine Lehre aus der ganzen Sache ziehen und sie an kommende Generationen weitertragen. Um Menschenrechte, die wir vielleicht schon als selbstverständlich empfinden, aufrechtzuerhalten, sie zu stützen und sicher zu stellen, dass sie auch beachtet werden.

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Rede von Lena Rudolf (Klasse 10b)

Rede zum Gedenken an den 9.11.1938

 

Diese Rede gilt den Juden, die im 3.Reich auf unmenschliche Art und Weise behandelt worden sind. Niemand verdient es, so behandelt zu werden. Das so etwas solche Ausmaße annahm, Synagogen zerstört wurden, Juden ermordet/vergast wurden, ist mir unerklärlich. Wie kann eine Gruppe von Menschen so denken und auf derartige Ideen kommen? Wie sie es wohl gefunden hätten, wenn man mit ihnen so brutal umgegangen wäre? Genau, wahrscheinlich genauso schrecklich, wie die Opfer und Außenstehende.
Meiner Meinung nach macht es auch nach ganzen 74 Jahren noch Sinn, Gedenkfeiern zu halten, da so etwas Schreckliches nicht vergessen werden darf und damit so etwas hoffentlich nie wieder passiert. Wir sind es den armen Opfern einfach schuldig, Gedenkfeiern zu veranstalten.