Diese Webseite nutzt Cookies

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.
Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Ein Teil vom Kongo in jedem Handy

„Was haben Handys mit den Rebellen im Kongo zu tun?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich am 22.5. drei Elftklässler des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums Wriezen. Sie nahmen an einem Fachgespräch der Stiftung Deutsche Umwelthilfe in Berlin teil. Wichtig war ihnen zu klären, wie Kommunikationsgeräte nachhaltig und human hergestellt werden können.

Dass zur Handyproduktion dringend Coltanerz benötigt wird, welches nur im Kongo zu finden ist, hatten sie bereits tags zuvor erfahren. Auf Vermittlung der katholischen Organisation „missio“ führten Referent Johannes Holz vom Erzbistum Berlin und der Kongolese Abbé Justin den Grundkurs Geographie der 11. Jahrgangsstufe am Johanniter-Gymnasium in das Thema ein. Zunächst erfuhren die Jugendlichen Details zur Landeskunde, zur Gesellschaft und den sozialen Problemen des schwarzafrikanischen Landes. Erklärt werden musste, warum es ein an Bodenschätzen dermaßen reiches Land nicht schafft, beispielsweise alle Bewohner mit genügend Nahrung zu versorgen oder die Kinder eine Schule besuchen zu lassen. Als Gründe wurden die Folgen des Kolonialismus, die Herrschaft von Diktaturen, die Korruption sowie starke innere Probleme, die durch die enormen Einkommensunterschiede aufkommen, genannt. „Jeder, der ein Handy besitzt, trägt einen Teil des Kongos mit sich“, stellte der Abbé zum Erstaunen seiner Zuhörer fest. Zum Abbau des begehrten Rohstoffs Coltan zwingen Rebellen im Kongo Teile der einheimischen Bevölkerung. Sogar Kinder werden zur Bergarbeit genötigt. Von dem Gewinn des Rohstoffverkaufs finanzieren die Kriminellen Waffen, um weiterhin ihre Unterdrückung ausüben zu können.