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Mit einem Vortrag von Prof. Dr. jur. Dr. h. c. Christian Tomuschat von der Humboldt-Universität Berlin hat die kleine Reihe der diesjährigen Akademievorträge am Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen begonnen.

Der renommierte Völkerrechtler ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und besuchte auf deren Einladung hin am 9. November das Wriezener Gymnasium. Vor Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Jahrgangsstufe referierte er über das Thema „Der Schutz der Menschenrechte im Krieg“.

Ausgehend von der leicht nachvollziehbaren These, dass die beste Sicherung der Menschenrechte durch die Verhütung von Kriegen erreicht werde, schilderte Professor Tomuschat kenntnisreich, wie sich die internationalen Regularien zum Schutz vor Krieg und Gewalt historisch entwickelt haben. Wesentliche Einschnitte wie die grausamen Erfahrungen durch den Ersten und insbesondere den Zweiten Weltkrieg veranlassten die Weltgemeinschaft dazu, ein Regelwerk aufzustellen, das Krieg und Gewalt möglichst vollständig bannen sollte. Resigniert stellte Tomuschat allerdings fest, dass der UN-Weltsicherheitsrat leider kein sicherer Garant des Weltfriedens sei, da er jederzeit durch die Einlegung eines Vetos von Seiten eines der ständigen Mitglieder lahm gelegt werden könne.

Im zweiten Teil seines Vortrages ging Tomuschat auf die internationalen Regeln für die Kriegsführung ein. Deutlich stellte er heraus, dass die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilisten in Zeiten atomarer Waffenpotentiale hinfällig werde. Skeptisch wurde der Wissenschaftler von einer Schülerin gefragt, wie denn trotzdem der Einsatz von Atomwaffen legitimiert werden könne. Er zitierte Antworten der Atommächte, die damit argumentieren, dass deren Waffenarsenal angeblich auch gezielt einsetzbar sei, was beim Wriezener Publikum ungläubiges Stirnerunzeln hervorrief.

Auch auf aktuelle Zusammenhänge konnte der bestens in den Zusammenhängen bewanderte Berliner Professor abschließend eingehen. So belegten etwa Bezüge zum Internationalen Strafgerichtshof, dass die Verfolgung von Kriegsverbrechen meist wenig effektiv ist.

Die Wriezener Gymnasiasten zeigten sich erfreut über die Gelegenheit, mit einem bekannten deutschen Juristen ins Gespräch zu kommen und zahlreiche Einsichten über historische und aktuelle Zusammenhänge zu gewinnen.

Die Reihe der Akademievorträge am Johanniter-Gymnasium Wriezen wird am 7. Dezember fortgesetzt mit einem Referat von Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Hans-Günther Wagemann, einem Experten auf dem Gebiet der Halbleitertechnik, Festkörperelektronik und Festkörperphysik. Er spricht zum Thema „Regenerative Energien“. Die kleine Reihe findet am 9. Dezember ihren Abschluss mit dem Besuch von Botschafter a. D. Immo Stabreit. Der Diplomat war nacheinander mehrere Jahre Botschafter der deutschen Bundesregierung in Pretoria, Washington und Paris. Er wird vor den Gymnasiasten über seinen Berufsweg Auskunft geben und aktuelle Themen der deutschen Außenpolitik mit den Jugendlichen diskutieren.