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Industialisierung des Oderbruchs - ein spannender Vortrag

Dr. Reinhard Schmook ist Direktor des Bad Freienwalder Oderland-Museums und ein Kenner des Oderbruchs.

Kürzlich erlebte der Geschichtskurs des 11. Jahrgangs einen äußerst unterhaltsamen und informativen Vortrag von Dr. Reinhard Schmook, dem Leiter des Oderlandmuseums und ausgewiesenem Spezialisten der Geschichte der Region. Industrie im Oderland? Ja, es gab sie! Wenn auch im Vergleich mit den großen Industriezentren Deutschlands klein, so siedelten sich doch auch im Raum Oderland kleinere Industriebetriebe an, die sich vorwiegend mit der Weiterverarbeitung von Agrarprodukten befassten.

Dazu gehörten Mühlen, Zuckerraffinerien, Kartoffelflockenfabriken, Molkereien u.ä. Auch Brauereien und Schnapsbrennereien gab es reichlich, die oft als Nebenerwerb von landwirtschaftlichen Betrieben unterhalten wurden.

Daneben war die  Herstellung von Gütern, die in der Landwirtschaft benötigt wurden, ein wichtiger Industriezweig. Die Reste von wohlhabenden Ziegeleien sind zum Beispiel noch in Wriezen am Hafen und im Rathsdorfer Storchenmuseum zu bewundern. Als Energieträger wurde im 19. Jahrhundert Braunkohle abgebaut, in Wriezen, Altranft und Bad Freienwalde! Heute ist man eher damit beschäftigt, die damals gegrabenen Stollen wieder zu verfüllen, damit es nicht zu Bodenabsenkungen kommt.

Durch den Wriezener Hafen am Friedersdorfer Kanal (nicht Alte Oder!) war Wriezen und sein Hinterland an das Wasserstraßennetz angeschlossen, mit zwei sich in Wriezen kreuzenden Bahnlinien auch an das Bahnnetz. Das Wriezener Betriebswerk der Bahn beschäftigte noch bis in die 60er Jahre hinein rund 400 Mitarbeiter. Auch der Oder-Spree-Kanal mit dem Schiffshebewerk Niederfinow gehört zur Industriegeschichte der Region.

Über all dies erzählte Reinhard Schmook in unterhaltsamer Weise, wobei er in diesen 90 Minuten nur auf ausgewählte Beispiel vertieft eingehen konnte, dazu gehörte zum Beispiel die Eisengussfabrik in Wriezen, die Brikettfabrik in Altranft, die Zuckerfabrik in Thöringswerder und die Papierfabrik in Falkenberg. Unterstützt wurde diese Präsentation durch  wunderschönes Bildmaterial, angefangen von Briefpapierköpfen aus dem 19. Jahrhundert über Fotos aus der Jahrhundertwende bis zu Fotos von Gebäuden, die nun der Abrissbirne gewichen sind, die Reinhard Schmook selbst seit den 70er Jahren zu Dokumentationszwecken aufnahm.