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Spannender Vortrag über den Weg einer deutschen Familie in Namibia

Am 17. September 2014, wurde der zwölfte Jahrgang im Rahmen des Geschichts- bzw. Geografieunterrichtes von Herrn Leonard von Dobschütz besucht. Herr von Dobschütz berichtete von der Kolonialzeit, seiner Familie (seinen Vorfahren) und deren Rolle während dieser Zeit.

Er bezog sich in seinem Bericht vor allem auf die deutsche Kolonialgeschichte in Namibia, Afrika. Er listete Städte Namibias auf, die durch Deutschland geprägt wurden, zum Beispiel Seeheim, Bethanien, Kalkfeld und Lüderitz. Letztere entstand durch den Bremer Kaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz (1884), wie auch in vielen anderen Städten, die während der Kolonialzeit entstanden, herrschte hier die typische Kolonialarchitektur vor. Die meisten Länder Afrikas weisen eine sehr gerade Begrenzung auf, welche durch die Entscheidung der herrschenden Kolonialmächte hervorging. Diese Begrenzungen sind ein Grund für die wirtschaftliche und auch politische Instabilität zwischen den Ländern, da man Bevölkerungsgruppen dadurch einfach trennte. Nachdem Herr von Dobschütz also über die damalige Lage aufgeklärt hatte, berichtete er schließlich von seiner Familie. Sein Großvater, Ernst von Heynitz (geb. 1840, gest. 1912), war einst Anhänger der Johanniter und wanderte 1896 aus gesundheitlichen Gründen (Lungenkrebs) und familiärer Streitigkeiten wegen in eine deutsche Kolonie aus. Er gründete ein Johanniter-Krankenhaus in Keetmanshoop und warb unter anderem für dieses Krankenhaus Ärzte und Krankenschwestern an. Heute wird das von ihm gegründete Johanniter-Krankenhaus als Stadtverwaltung genutzt. Auch kaufte er von einem Stammeshäuptling, Hendrik von Witbooi, eine Farm, auf der er eine Pferdezucht betrieb. Diese Farm wurde aber leider in Folge des Herero-Krieges geplündert. Auf Grund dieses Krieges kehrte Herr Ernst von Heynitz 1912 zurück nach Deutschland. In Deutschland hatte er zwei Töchter, Margarete und Charlotte, diese wanderten nach Beendigung des Herero-Krieges nach Namibia aus. Eine der beiden Töchter hatte bereits in Deutschland geheiratet, die andere Tochter lernte ihren zukünftigen Mann auf der Schiffspassage nach Afrika kennen. Die Großmutter, Charlotte, von Herrn Leonard von Dobschütz gründete mit ihrem Mann Hans Wolf eine Farm namens „ Omburu“. Auf dieser Farm, so berichtete Herr von Dobschütz, lebte er als Kind. Damals besuchte er ein Internat und kam nur in der Ferienzeit heim. Herr von Dobschütz lebte während der Zeit der Apartheid in Namibia, er erzählte, dass es auf der Farm seiner Großmutter Arbeiter gab und man trotz der kritischen Situation in dieser Zeit auch Kontakt zu den Einheimischen hatte, dieser war jedoch eher distanziert. Wie Herr von Dobschütz berichtete, besuchte er eine Schule in Namibia, dort war es üblich den Unterricht in drei Sprachen, Deutsch, Englisch und Afrikaans, abzuhalten. Mit sechzehn Jahren (1954), so erzählte Herr von Dobschütz, zog er nach Deutschland und lebt dort bzw. hier, bis heute. Er tätigt aber noch immer Besuche bei seiner Familie, die nun schon in der 6. Generation in Afrika lebt. Auch die Farm, auf der er als Kind gelebt hat, ist noch heute bestehend, jedoch in einer anderen Form und mit anderen Besitzern.

Nachdem er über all diese Dinge (und weitere) informiert hat, gab er die Chance Fragen zu beantworten. Eine Schülerin stellte die Frage, wie die Situation in Afrika während des zweiten Weltkrieges war, dazu sagte er, dass die gebildeten Kolonien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr deutsches Territorium waren, so wurden die Deutschen interniert. Man wies die Männer in sogenannte Camps, bzw. Gefangenenlager, dort überlebten sie den zweiten Weltkrieg, so auch sein Großvater, der im Jahr 1946 aus der Gefangenschaft entlassen wurde (er verstarb 1949). Die Frauen waren in dieser Zeit auf sich allein gestellt.

Als Fazit zog Herr von Dobschütz, dass es durch die Ansiedlung der Deutschen zu einer profitablen Entwicklung des Landes kam, wobei er sich hauptsächlich auf Namibia bezog. Es gab also neben negativen Aspekten auch positive Folgen der Kolonialzeit, zum Beispiel wurde durch sie eine Grundlage für gute Lebensverhältnisse in einigen Städten/Ländern geschaffen. 
Heute lebt Herr von Dobschütz in Berlin. (Lena Rudolf, Jgst.12)